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Grenze - Grenzerfahrung - Trauma

Wie sehr beeinflussen unsere Erfahrungen von und mit Grenzen in der Kindheit unseren Umgang mit Grenzerfahrungen im Erwachsenenalter?
In den nächsten 12 Wochen begebe ich mich auf eine Spurensuche nach physischen und persönlichen Grenzen. Ich beschäftige mich mit unserer Wahrnehmung von Grenzen, dem Bewusstsein für Grenzen und mit den Folgen, wenn diese überschritten werden am Beispiel traumatischer Geburtserfahrungen.

Dieses Blog richtet sich daher besonders an junge Mütter, die eine traumatische Geburtserfahrung erlebt haben und ist eine Einladung für alle, die Schwangere begleiten, Geburten betreuen und die gerne etwas zum Austausch beitragen möchten.

Dieses Blog entsteht im Rahmen meines Studiums Biografisches/Kreatives Schreiben an der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Im Gespräch mit Andrea Müller

Von der Bedeutung des begleiteten Ankommens im Leben mit Baby nach der Geburt Mein abschließendes Interview zu diesem Blog darf ich heute mit Andrea Müller führen. Sie arbeitet seit 2013 als Mütterpflegerin in Berlin und ich muss gestehen, dass ich bis vor Kurzem überhaupt nichts von diesem Beruf wusste. Leider, denn ich hätte mich nach …

Im Gespräch mit Tanja Sahib

Geburt als Übergansritual „Bevor ich gehe, schreibe ich ein Buch, über all das was ich gemacht habe und wie ich arbeite.Es ist ein Buch vor allem für Beraterinnen und Hebammen. Aber es ist auch ein Leitfaden für Eltern.“ beginnt Tanja Sahib, Psychologin und Leiterin der Beratungsstelle Familienzelt in Berlin. Seit über 20 Jahren berät sie …

Im Gespräch mit Dr. phil. Almut Dorn

Über die Begleitung von Frauen vor und nach der Geburt sowie über die feinen Unterschiede in der Kommunikation Am 10. Februar sprach ich mit Dr. phil. Almut Dorn, Psychologin und Psychotherapeutin aus Hamburg, über die Begleitung von Frauen vor und nach der Geburt sowie über die feinen Unterschiede in der Kommunikation über und unter der …

Entwurzelt

„Weißt Du“, flüsterte der Kleine ihm ins Ohr, „wenn Du Deinen Zahn unters Kopfkissen legst, dann kommt in der Nacht die Zahnfee und die bringt eine GOLDENE Münze! Wirklich!“ Er nickte bedeutungsvoll während er neben seinem großen Bruder auf der Eckbank kniete, der mit riesigen Augen voller Angst dasaß, stocksteif, unfähig sich zu bewegen. Nicht mal als der kleine Bruder neben ihn getreten war, sanft eine Haarsträhne über seinem Ohr zur Seite geschoben hatte, damit er besser hineinflüstern konnte, ein Stück näher rückte und dann beruhigend wissend zu flüstern begann, konnte er sich regen.

Hand in Hand

Unsere inneren, persönlichen Grenzen sind sehr individuell und genauso individuell sind unsere Erfahrungen von Grenzüberschreitungen. Daher habe ich in diesem Blog bisher immer ausgehend von meinen eigenen, subjekiven Erfahrungen und Wahrnehmungen berichtet und meinen damit verbundenen Gefühlen und Gefühlsäußerungen. Mir ist bewusst, dass ich lediglich einen kleinen Einblick in meine Wahrnehmung geben kann, in der Hoffnung, damit Denkanstöße zu geben und zu einem weiteren Austausch einzuladen.

Im freien Fall

Von der unfreiwilligen Grenzüberschreitung

So ambivalent die Gefühle beim bewussten Übertritt einer Grenze auch sein mögen, so unvorbereitet war ich auf die Reaktion meines Körpers, als ich zum ersten Mal unfreiwillig meine Grenze überschritt.

Laufen lernen

Wohin führt dieser Weg? Was liegt hinter diesem Berg? Was passiert, wenn ich einfach losgehe und nachsehe?

Neugier ist wahrscheinlich unser größter Antrieb. Als Kinder erkunden wir unser Umfeld, erkennen, dass die Welt größer ist als wir selbst und wollen alles entdecken. Irgendwann stoßen wir dann an unsere Grenzen, machen erste Grenzerfahrungen. Sei es die Erfahrung, dass der Weg zu weit ist, als dass die Beine uns alleine bis nach Hause tragen könnten oder die Erkenntnis, dass bestimmte Flächen nicht ungefragt betreten werden sollten, weil sie zum Besitz eines*r anderen gehören oder einen bestimmten Zweck erfüllen, so wie unsere eingezäunten Viehweiden. Zu diesen kehre ich heute zurück und beschreibe ein Erlebnis, das symbolisch für meine erste bewusste Grenzüberschreitung steht.

Wurzeln schlagen

Es gab keine Handys, keine Möglichkeit zu schauen, was wir den Nachmittag über machten. Die Größeren passten auf die Kleineren auf und zum Abendessen waren wir zurück, den Kopf voller Abenteuer und Stolz und mit der ein oder anderen Schramme am Bein.

An der Schwelle

Ein Dialog mit meinem Sohn:

Mutter: Du hast ja ganz kalte Hände.
Kind: Ja, ich habe auch gefroren
Mutter: Warum hast Du denn nichts gesagt?
Kind: Du hast gesagt, dass die Handschuhe warm sind.

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